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School Shooting! Oder: Der Mörder in unserer Mitte…

Text und Interview: Anja Schimanke
 
Es gibt Dinge, die passieren, die nicht passieren dürfen. Niemals. Und doch geschehen sie. Sehr selten, aber sie kommen vor. Die Rede ist von School Shooting, besser bekannt als Amoklauf eines Schülers … Der Ausdruck „School Shooting“ ist international und wird von Experten für Amokläufe durch Jugendliche an Schulen benutzt. Das geht einem leichter über die Lippen als Massaker, Massenmord oder Blutbad in der Schule. Doch egal welche Wörter man in diesem Zusammenhang benutzt, sie alle klingen irgendwie schal und drücken nicht annährend das aus, was man sagen will. Sprachlosigkeit. Entsetzen. Ohnmacht, ja. Aber die Tat selbst bleibt unvorstellbar. School Shooting übersteigt unsere Vorstellungskraft! Nachdem ein Schüler im März Amok lief und zum Mörder seiner Mitschüler wurde, sind die Nachrichten und Zeitungen voll von wilden Spekulationen, Mutmaßungen und Schuldzuweisungen. Hilflosigkeit, Wut und der Schrei nach mehr Sicherheit an Schulen und überhaupt, wechseln sich ab. Dabei gibt es Mittel und Wege, die Gefahr eines School Schootings zu minimieren – und zwar mit deiner Hilfe!
 
… es ist wieder passiert. Nach Erfurt und Emsdetten hat sich ein weiterer Amoklauf ereignet. Diesmal in Winnenden. Städtchen, die vorher für die meisten weiße Flecken auf der Landkarte waren, sind jetzt blutrot. 16 Menschen, die meisten davon Schüler, sind tot. Ermordet wurden sie von einem von ihnen: ebenfalls einem Schüler! Die Überlebenden des Massakers sind traumatisiert. Die Eltern der Hingerichteten sind untröstlich. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte der Schule werden vor Ort von Psychologen und Seelsorgern betreut. Politiker und Kriminologen diskutieren sich die Köpfe heiß, suchen nicht nur nach Erklärungen, die plausibel sind, sondern auch krampfhaft nach Lösungen. Wollen mehr Sicherheit. Fordern Schutz. Sind für neue, schärfere Gesetze. Sind gegen Waffen, Computerspiele und Gewalt. Alles soll weg, was brutal ist, abgeschafft werden und wieder Friede auf Erden sein, na ja, zumindest in den Schulen. Das wäre ja mal ein Anfang. In den Klassenzimmern selbst wird School Shooting zum Thema Nummer 1. Die meisten Schüler sind schockiert, doch der Zustand ist nicht von langer Dauer. Zu weit weg das Ganze. Persönlich gekannt hat man ja auch schließlich keinen. Gott sei Dank. Die Sonne scheint, das Leben geht weiter … Was bleibt: ein mulmiges Gefühl – ein ungenießbarer Cocktail aus ein bisschen Angst, etwas Beklemmung und viel Misstrauen. Ist so was auch an unserer Schule möglich? Ist vielleicht sogar in meiner Klasse ein potenzieller Amokläufer? Niemand von uns wäre zu so einer Tat fähig, oder doch? Also, Ali bestimmt nicht. Vielleicht Marc? Nee, der auch nicht. Dennis vielleicht, der flippt ja schnell aus.

Blick in einen Klassenraum

Bild: © S. Shoka/PIXELIO

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser!?

Hast du dich auch dabei ertappt, im Kopf alle Jungs aus deiner Klasse systematisch durchzugehen? Reihe für Reihe. Einer nach dem anderen. Dann die Jungs aus der Parallelklasse … Hm, keinem traut man natürlich so ein Massaker zu. Schon gar nicht, wenn du einen gut kennst – und magst! Dann weiß man nämlich etwas über ihn, kennt seine Hobbys und mit wem er nachmittags so abhängt. Doch je schlechter du jemanden einschätzen kannst, desto misstrauischer wirst du. Und neigst zu Verdächtigungen. Stopp! Wonach suchen wir hier eigentlich? Woran erkennt man einen potenziellen Amokläufer?
Vergiss es: Es gibt keinen typischen School Shooter!
Es gibt allerdings unseriöse Medien, die fatalerweise von einem bestimmten Täterprofil sprechen. Der Amokläufer, sein angeblich verkapptes Leben und sogar seine Tat werden dabei bis ins Detail analysiert – oft von Laien. Sensationslust meets Nicht-Wissen und Pseudo-Psychologie!
So eine Berichterstattung erzeugt Panik, die keiner braucht und dient als Drehbuch für Nachahmer, die keiner will. Das ist ein wesentlicher Grund, warum die Zahl der School Shootings in den letzten Jahren zunimmt, sagen Experten …

Schriftzug Achtung auf einer Schultafel

Bild: © knipseline/PIXELIO

Für den Notfall!

Fakt ist: Die Gefahr, mit einem Flugzeug abzustürzen, ist um einiges höher, als die Wahrscheinlichkeit Opfer eines School Shootings zu werden – eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht! Aber Fallschirme … Halt geben, für Auftrieb sorgen und eine Bruchlandung verhindern – in Sachen School Shooting gibt es so was wie einen sozialen Fallschirm. Das sind Maßnahmen wie Anti-Mobbing-Aktionen und Projekte wie fairplayer, Schülerlotsen und Buddys. Sie sorgen dafür, dass keiner abstürzt … Die Reißleine wird früh genug gezogen und Gewalt im Keim erstickt. Denn in einer starken Klassengemeinschaft zieht man an einem Strang, da gibt’s kein schwächstes Glied, das ausgegrenzt und isoliert wird. Alle für einen, einer für alle. Viele Amoktäter fühlten sich nicht als Teil eines Ganzen. Weder in der Klasse, noch in der Gesellschaft. Deshalb sorgen die Kultusministerien der einzelnen Bundesländer für Präventionsangebote gegen Gewalt und für ein besseres Miteinander. Des Weiteren soll ein verstärktes Netzwerk zwischen Schule und Polizei, Schulpsychologen und Jugendamt helfen, Auffälligkeiten eines Schülers mitzukriegen und schneller einzugreifen. „Notfallordner“ nennt man das in NRW, „Notfallpläne“ in Berlin und „Informationen zum Umgang mit Gewaltvorfällen und zielgerichteter Gewalt“ in Baden-Württemberg. In den allgemeinen Verhaltensgrundsätzen lesen wir nach, dass Lehrer beispielsweise Gewaltvorfälle an der Schule ernst nehmen und konsequent nachgehen sollen. Hm, im Fall Winnenden gab es keine Gewaltvorfälle in der Schule … Lehrer sollen Regeln aufstellen, Ursachen von Mobbing feststellen und Hinweisen von Aggressionen nachgehen. Klingt gut, funktioniert allerdings nur durch Mithilfe von Schülern. Denn: Du bist näher dran! Am Geschehen und an deinen Mitschülern! Und ganz ehrlich: Lehrer sind nur ein paar Stunden in der Klasse und kriegen weniger mit als du. Von der Freizeit mal ganz zu schweigen …

Schriftzug Stopp auf einer Schultafel

Bild: © knipseline/PIXELIO

Ein Amoklauf kündigt sich an …

Auch wenn ein Amoklauf wie eine Kurzschlussreaktion wirkt, so ist es doch eine über einen längeren Zeitraum geplante Tat. Die Absicht zu töten, ist nicht – zack – einfach so da, sondern nimmt erst nach und nach Gestalt an: Genährt durch Kränkung und Ohmacht, gesteigert durch Versagerängste, Wut und Enttäuschung entsteht Hass – ein explosiver Mix, der sich im Amoklauf entlädt. Ein Prozess also, der mit Veränderungen des Mörders in Spe einhergeht und vielen nicht verborgen bleibt. Es ist offensichtlich, dass etwas vorgeht, er merkwürdiger wird und sich mehr und mehr zurückzieht, wenn er nicht schon von anderen gemieden wird. Und noch etwas haben alle Amoktäter gemeinsam: Sie gaben direkte und/ oder indirekte Hinweise auf ihr blutiges Vorhaben. Das belegen die Daten des Landeskriminalamtes: Bei einer Untersuchung von School Shootings stellten sie fest:

  • 81% der Schulamoktäter kündigten ihre grausige Tat vorher durch Hinweise an!
  • Über die Hälfte davon sogar mehrfach
  • Die Hinweise gaben sie fast ausschließlich an Gleichaltrige
  • Da es sich dabei auch um versteckte, also indirekte Hinweise gehandelt hat, haben die Jugendlichen sie nicht verstanden oder erst, als es zu spät war …

Etwas durchsickern lassen (englisch: to leak) nennt das Professor Herbert Scheithauer. Er ist Wissenschaftler für Pädagogische und Entwicklungspsychologie an der Freien Universität Berlin und leitet seit 2006 das Berliner „Leaking“-Projekt zur Früherkennung von School Shootings. Er und sein Team arbeiten an einem Frühwarnsystem, das Hinweise aufzeigt dahingehend, dass eine Bedrohung besteht und ein School Shooting möglicherweise in Planung ist. Nicht zu verwechseln mit einer Checkliste, an deren Ende todsicher der Amoklauf steht! „Zum Zeitpunkt eines Leaking-Hinweises, ist das lediglich ein junger Mensch, der Probleme zu haben scheint und kein Täter“, mahnt Professor Scheithauer „Ohne Hilfe könnte er aber eventuell irgendwann Amok laufen … !“ Kurz: Man entschärft eine Bombe, bevor sie droht hochzugehen!

Direktes Leaking:

  • jemand droht mit einem Amoklauf
  • jemand kündigt im Gespräch seine Amoktat an
  • schreibt eine SMS, ein Kommentar im Internet, Briefe und kündigt die Tat an
  • malt gewaltverherrlichende Bilder, Comics, Graffitis

Indirektes Leaking:

  • jemand sammelt alles über Amoktaten, School Shootings
  • hält mit heftigen Gewaltphantasien nicht hinterm Berg
  • sammelt Waffen und ist fasziniert
  • hat übermäßiges Interesse an Gewalt und Krieg
  • erstellt Opferlisten
  • verehrt Massenmörder etc.
  • versucht Komplizen für die Tat zu finden
  • trägt Tarnkleidung oder Klamotten, die im Zusammenhang von anderen School Shootings aufgetaucht sind
  • Suizidversuche und -drohungen

Leaking sind Hinweise, die sich wie Puzzlestücke zusammenfügen und ein Bild ergeben. Ein Bild von jemandem, der uns wohl immer ein Rätsel bleiben wird, auch wenn alle Puzzleteile gelegt sind …

Das Leaking-Projekt liegt derzeit auf Eis – es gibt keine Fördermittel! Neben dem Leaking-Projekt arbeiten auch Wissenschaftler vom Institut für Psychologie & Sicherheit in Darmstadt an einer Methode zur Früherkennung potenzieller Amokläufer. Das so genannte Dynamische Risiko-Analyse-System (DyRiAS) wird seit Januar an Schulen und bei der Polizei in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt.

Interview mit Professor Scheithauer

Herbert Scheithauer hat ein Ziel: Gewalt verhindern! Dafür setzt er alle Hebel in Bewegung – arbeitete im Kinderschutzzentrum, setzt sich u.a. bei der Initiative „fairplayer“ für mehr Toleranz und Respekt, Integration und Zivilcourage ein und entwickelt Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt! Als Entwicklungspsychologe hat er alle bekannten Amokfälle untersucht, Richtlinien entwickelt und das „Leaking-Projekt“ geleitet. Wow, dachte respect.de und bat den Fachmann zum Gespräch …

Hallo Professor Scheithauer, das Leaking-Projekt dient als Frühwarnsystem. Woher weiß ich als Freund oder Mitschüler, ob jemand ernsthaft eine Gefahr darstellt und einen Amok plant oder nur ein Angeber ist, der sich wichtig machen will?

Das ist sehr, sehr schwer zu beurteilen. Schüler müssen das aber auch gar nicht können. Es reicht vollkommen, wenn sie Hinweise weitergeben. Kein Schüler, kein Lehrer trägt das Risiko zu beurteilen, ob Gefahr besteht. Die Entscheidung, was getan wird, fällen speziell geschulte Experten gemeinsam.

Welche Warnsignale gibt es? Was sollte mich hellhörig machen?

Extreme Gewalt- und Rachephantasien zum Beispiel. Auch die Art und Weise wie jemand plötzlich auftritt, seine Kleidung, sein Verhalten, können Hinweise sein, dass der Betroffene aus dem Gleichgewicht geraten ist. Man hat das Gefühl, dass etwas hier ganz und gar nicht in Ordnung ist …

Was sollte ein Schüler tun, der ein Warnsignal bemerkt?

Es ist wichtig, sich vertrauensvoll an jemanden zu wenden, der helfen kann wie Eltern, Klassen- oder Vertrauenslehrer. Ein anonymes Beratungstelefon geht natürlich auch. Personen, die den Betreffenden kennen, können Veränderungen allerdings besser einschätzen als ein Fremder.

Reicht schon ein Verdacht aus, um jemanden zu melden?

Viele Jugendliche durchleben Phasen, die komisch sind und wieder vorbeigehen. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Die Alarmglocken sollten angehen, wenn Mitschüler immer alleine sind und sich nicht in die Klassengemeinschaft integrieren lassen. Denn soziale Anerkennung ist ein Grundbedürfnis, besonders für Jugendliche. Wenn sie in der Gemeinschaft, in der sie sich bewegen, keine Selbstwirksamkeit erleben können, nicht dazugehören, dann ist das eine schlimme Sache und kann zu Problemen führen.

Mobbing wird oft mit Amoktaten in einem Atemzug genannt. Was muss konkret getan werden, damit das Frühwarnsystem nicht missbraucht wird, um andere zu diffamieren …

Wenn ich Verantwortung für andere übernehme und mich in einer Schulklasse oder in der Gruppe wohlfühle, werde ich niemanden fälschlicherweise anschwärzen oder andere mobben. Deshalb ist es wichtig, dass an Schulen Themen wie Verantwortungsübernahme, Mitgefühl und Empathie behandelt und vor allem gelebt werden! Um unnötige Beschuldigungen und Stigmatisierung eines Schülers zu vermeiden, geht das Bedrohungsmanagment einem Hinweis nach und wertet die Informationen sorgfältig und gewissenhaft aus.

Auf Mitmenschen achten, andere wahrnehmen nimmt beim Leaking eine zentrale Rolle ein. Eigentlich die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Miteinander …

Man muss nicht gleich der beste Freund sein, aber wertschätzen sollte man andere sehr wohl. Doch durch die hohen Erwartungen, zum Beispiel an Schülerleistungen, boomt der Konkurrenzkampf, der Druck steigt – gut aussehen, die richtigen Marken tragen, Erfolg haben, in der Schule, beim anderen Geschlecht – das wirkt sich bei einigen negativ aus. Durch gegenseitige Achtung baut man den Druck zumindest in der Klasse ab.
Wie gestaltet sich in der Regel das Leben unter Mitschülern?

Jeder, der ein bisschen neben der Spur ist und anders ist als andere, läuft Gefahr, ausgeschlossen zu werden. Beliebt sein ist aber für Jugendlichen so wichtig – Anschluss finden an einer Gruppe Gleichaltriger, dabei sein, Freunde haben.
Deshalb ist es enorm wichtig, auf diese existenziellen Dinge zu achten und auch zu fördern: sich in die Gemeinschaft zu integrieren, andere zu integrieren und füreinander da zu sein. Deshalb sind Anti-Mobbing-Maßnahmen wie beispielsweise von fairplayer wichtig, da sie genau an diesem Punkt ansetzen!

Es fällt auf, dass alle Amoktaten in Kleinstädten passierten. Warum gerade da?

Jugendliche aus Kleinstädten, die in der Schule keine Freunde finden, haben auch außerhalb der Schule kaum eine Chance Anschluss zu kriegen. Fußballclub, Schwimmverein und Tanzkurs – überall dieselben Jugendlichen, die einen ablehnen. Im Gegensatz zu Jugendlichen aus der Stadt, die Alternativen haben und somit mehr Ausweichmöglichkeiten.

In Kleinstädten wird man leichter zum Außenseiter …

Ja, wer als Sonderling behandelt wird, bedient irgendwann das Klischee und nimmt seine Rolle an, sagen Soziologen. Dabei schätzen die meisten Jugendlichen sogar schräge Vögel, weil sie individuell sind, aber nicht in den eigenen Reihen. Da sind wir wieder beim Thema Wertschützung und Respekt …

Ihr Leaking-Projekt ist eine wichtige Maßnahme zur Vermeidung von schwerer zielgerichteter Gewalt an Schulen. Welche Maßnahme/n halten Sie als Experte ebenfalls für unumgänglich?

  1. Ein soziales Netzwerk muss her! In dem jeder Verantwortung übernimmt, für sich und sein Handeln. Der allgemein auf seine Mitmenschen achtet, Warnsignale wahrnimmt, eingreift und hilft … das gilt nicht nur speziell für Leaking.
  2. Ein professionelles Netzwerk muss her! Das besteht aus Experten, die die unspezifischen Merkmale, die auf sehr viele Menschen zutreffen, bewerten können.

Diese beiden Netzwerke müssen miteinander verknüpft werden und das in erster Linie nicht, um School Shooting zu verhindern, sondern um zu sehen, wem es schlecht geht und wo geholfen werden muss!

Prof. Herbert Scheithauer Foto: Bernd Wannenmacher

Prof. Herbert Scheithauer Foto: Bernd Wannenmacher

Die Androhung einer Amoktat ist strafbar!

Die Polizei ist verpflichtet, jeder Androhung von Gewalttaten nachzugehen. Dazu zählen auch Amok-Warnungen. Stellt sich heraus, dass es sich um einen schlechten Scherz gehandelt hat, werden die entstandenen Kosten beim Verursacher eingefordert – pro Einsatzkraft und Stunde rund 50 Euro. Zwei Jugendliche kostete ihr Fehlalarm rund 7000 Euro. In schweren Fällen kann das auch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen.
Übrigens: Wenn du Zeuge wirst von Ankündigungen über Gewaltphantasien oder gar Gewalttaten, ob persönlich oder auch im Internet, kannst du diese jetzt auch online melden. Elf Bundesländer haben nämlich Internet-Wachen eingerichtet!
www.polizei.de

Hey, was denkst du eigentlich über School Schooter?

Diese Frage und noch einige mehr, stellte respect zwei Schülern und einer Schülerin aus NRW.

Marius (14), 8. Klasse, Gymnasium

1. Wurde bei euch in der Schule über School Shooting gesprochen?
Ja, viele waren über die grausame Tat des Amokläufers in Winnenden geschockt und hatten Angst, dass es auch an unserer Schule passieren kann. Es ist schon grausam, wenn jemand neben dir von einer Kugel getroffen wird.
2. Welche Erkenntnisse hast du dadurch gewonnen?
Meine Mitschüler nicht wegen irgendetwas (Klamotten, Schuhe) auszulachen bzw. zu mobben, weil es denjenigen auch schlecht geht. Außerdem sollte man keine Außenseiter in der Klasse haben und diejenigen ausschließen bzw. zu ärgern. Man selbst will ja auch nicht in dieser Situation des Außenseiters sein.
3. Gibt es Maßnahmen wie Anti-Mobbing-Aktionen, Prävention durch die Polizei, Buddy-Gruppen, etc. an eurer Schule?
Generell achten die Schüler bzw. meine Klasse schon darauf keine Außenseiter/ Mobbingopfer zu haben. Der Klassenlehrer wirft da auch ein Auge drauf. Es war mal ein Polizist in der Schule bzw. in jeder Klasse und da haben wir über so etwas gesprochen und wie sich das Mobbingopfer fühlen muss. Aber ansonsten gab es noch keine Anti-Mobbing-Aktionen.
4. Was denkst du, warum Schüler Amok laufen?
Ich glaube, dass der Konsum von Ballerspielen sehr entscheidend ist. Ballerspiele lassen das Töten so einfach aussehen. Aber vielleicht liegt das auch manchmal ein bisschen an den Schülern, die andere mobben sie ausnutzen wie den Amokläufer in Winnenden, andere Schüler ausschließen/ausgrenzen oder sie einfach nicht ernst nehmen. So entstehen oft Depressionen und Hass auf die Schüler. Mit einer Waffe fühlt der Amokläufer sich stark, unbesiegbar und hat die Macht über seine Mitschüler.
5. Hast du schon mal von einem Frühwarnsystem gehört?
Ich glaube, es werden Internetportale nach Ankündigungen eines Amoklaufs durchsucht.
6. Alle School Shooter haben im Vorfeld ihre Tat angekündigt, indem sie Signale senden. Hast du eine Idee, welche könnten das sein?
Im Internet wurde meistern kurz vor dem Amoklauf die Tat angekündigt. Bei dem Amokläufer in Amerika stand auf der Website „ ich hasse die Menschheit“. Das ist schon ein sehr direkter Hinweis, dass in seinem Leben etwas falsch gelaufen ist. Gewaltspiele, Vorlieben zu Waffen, Aggressivität, in sich gekehrte und gemobbte Menschen, Hass auf die Menschheit . Das alles könnten nach meiner Meinung Signale für potenzielle Amokläufer sein.
7. Was muss, kann, sollte deiner Meinung getan werden, um School Shootings zukünftig zu verhindern?
Ich glaube, dass es Amokläufe immer geben wird egal was man dagegen unternimmt. Aber man selber kann darauf achten niemanden mit dummen Sprüchen bzw. Ausdrücken zu verletzten oder denjenigen auszuschließen, nur weil er keine Puma Schuhe trägt oder keine Markenklamotten hat. Man sollte sich immer vorstellen, man wäre selbst in dieser Situation. Ich finde, die Polizei hat das im Fall Winnenden gut gelöst und war auch schnell zur Stelle. Deshalb glaube ich,
dass es da kaum noch Möglichkeiten gibt etwas zu verbessern. Man kann ja schlecht zehn Polizisten vor jeder Schule positionieren.

Marius

Marius

Ronja (15), 10. Klasse, Gymnasium

1. Wurde bei euch in der Schule über School Schooting gesprochen?
Ja, wir sprechen immer wieder darüber. Mit meine Klassenlehrerin spricht besonders nach Ereignissen wie dem neulich in Winnenden mit uns.
2. Welche Erkenntnisse hast du dadurch gewonnen?
Mir ist noch deutlicher und klarer geworden, dass man darauf achten muss, dass niemand auch nur versehentlich ausgegrenzt oder ungerecht behandelt wird.
3. Gibt es Maßnahmen wie Anti-Mobbing-Aktionen, Prävention durch die Polizei, Buddy-Gruppen, etc. an eurer Schule?
Nein, solche Maßnahmen gibt es bei uns nicht.
4. Was denkst du, warum Schüler Amok laufen?
Einen allgemeinen Grund für Amokläufe gibt es nicht! Aber ich glaube, dass das Elternhaus der entscheidende Faktor ist. Vielleicht fehlen in diesen Familien die Nähe und die Offenheit, über Probleme zu sprechen.
5. Hast du schon mal von einem Frühwarnsystem gehört?
Ja, aber ich kann mir ehrlich gesagt, nichts darunter vorstellen.
6. Alle School Shooter haben im Vorfeld ihre Tat angekündigt, indem sie Signale senden. Hast du eine Idee, welche könnten das sein?
Ich glaube, dass zum Beispiel Kleidung ein Hinweis sein könnte, aber vor allem die Isolation von den Mitschülern ist ein Signal!
7. Was muss, kann, sollte deiner Meinung getan werden, um School Shootings zukünftig zu verhindern?
Ich glaube nicht, dass es eine 100%ige Chance gibt, School Shootings zu verhindern. Aber wenn jeder für sich besser zuhört und aufmerksamer wird, könnte eventuell die Wahrscheinlichkeit zu einer solchen Tat verringert werden.

Ronja

Ronja

Dominik (18), Jgs. 13, Gymnasium

1. Wurde bei euch in der Schule über School Shooting gesprochen?
Ja, nicht erst nach dem Amoklauf in Winnenden, sondern schon vorher habe ich das Thema im Pädagogik Leistungskurses besprochen, als Beispiel diente damals Robert Steinhäuser. Natürlich kam auch da die Frage der Prävention auf.
2. Welche Erkenntnisse hast du dadurch gewonnen?
Ich bin mir bewusst geworden, dass solch eine Tat plötzlich auch an unserer Schule bzw. an einer anderen Schule vorkommen könnte.
Über den Notfallordner weiß ich nichts.
3. Gibt es Maßnahmen wie Anti-Mobbing-Aktionen, Prävention durch die Polizei, Buddy-Gruppen, etc. an eurer Schule?
Ich persönlich habe derartige Aktionen an meiner Schule nicht erlebt. Aber es soll einen Polizeibeamten an unserer Schule geben, zu dem jeder Zeit die Schüler kommen können. Aber der hat wenig mit Prävention von School Shootings zu tun. Auf der Realschule, an der ich vorher war, hatten wir einen sehr engagierten Lehrer, dem die Gruppendynamik der Klasse sehr wichtig war und wir sehr viele Anti-Mobbing-Aktionen durchgemacht haben, angefangen im Unterricht bis zu Projekten in der Freizeit.
4. Was denkst du, warum Schüler Amok laufen?
Ich denke der Hauptgrund eines Täters liegt an seinem Scheitern in der Gesellschaft. Vielleicht ist er den Leistungserwartungen seiner Eltern oder von ihm selbst nicht gerecht geworden und kann dies nicht akzeptieren, oder/und er war ein starker Außenseiter, der in seinem Klassenverband/ Freundeskreis keinen Anschluss gefunden hat.
5. Hast du schon mal von einem Frühwarnsystem gehört?
Ja, jedoch nicht weiter erläutert. Ich kann mir weder etwas darunter vorstellen, noch wie es in der Praxis funktionieren könnte.
6. Alle School Shooter haben im Vorfeld ihre Tat angekündigt, indem sie Signale senden. Hast du eine Idee, welche könnten das sein?
Nein! Wie gesagt, ich halte starke Außenseiter für potenzielle Amokläufer. Diese müssten nicht nur mehr in die Klasse integriert werden, sondern auch verbindlich zu einem Psychotherapeuten geschickt werden, zu einem Fachmann, da Lehrer und ich nur Laien sind.
7. Was muss, kann, sollte deiner Meinung getan werden, um School Shootings zukünftig zu verhindern?
Ich habe ein großes Problem mit der deutschen Schützenverein-Mentalität. Das Waffengesetz wurde verschärft, aber ich frage mich echt, ob es in unserem Land mit unserer Vergangenheit wirklich nötig ist, Waffen zu besitzen bzw. daraus auch noch einen Sport zu machen. Er mag zwar Tradition haben, gehört aber verboten, und zwar in jeder Altersklasse.
 

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Dominik

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Quell-URL: http://212.66.17.154/themen/school_shooting.php