Hungerst du noch oder stirbst du schon?
Dünner, noch dünner, tot – bis zu 15 Prozent der Magersüchtigen sterben an den Folgen ihrer Mangelernährung!
Text: Anja Schimanke
Essen ist lebenswichtig! Es gehört zum Leben wie Atmen und Schlafen. Nicht umsonst nennt man unsere notwendigste Nahrung auch Lebensmittel. Ohne Essen sterben wir. So einfach ist das. Einfach? Nein, ganz sicher nicht. Wer freiwillig hungert, Kalorien zählt und bis zum Umfallen Sport treibt, hat Angst: Vor dem Leben mit all seinen Herausforderungen und der Verantwortung. Angst vor dem Erwachsenwerden und dem ganzen Stress – mit Schule, Gefühlen, Sport, Eltern und der Figur. Den Blicken und Kommentaren der anderen. Aufzufallen genauso wie nicht wahrgenommen zu werden.
Ana und Mia
Viele Mädchen, aber auch immer mehr Jungs fühlen sich überfordert und flüchten in eine Essstörung, glauben, dass Ana und Mia, wie sie von Insidern zärtlich genannt werden, auch ihre Freundinnen werden könnten und ihnen helfen. Ana ist nur ein Spitzname. Richtig heißt sie Anorexia nervosa (die nervöse Appetitlosigkeit), besser bekannt als Magersucht. Mia ist die verniedlichende Bezeichnung für Bulimia nervosa, die gefährliche Ess-Brechsucht. Wer mit ihnen befreundet ist, hat eiserne Disziplin, starke Selbstzweifel und ein extremes Bedürfnis nach Sicherheit. Doch Ana und Mia sind keine Freunde fürs Leben, sondern zerstörerische Schwestern, die das Leben zur Hölle machen.
Aus dem Film "Die dünnen Mädchen"
Hier findest du zum Thema Esstörungen:
„Wozu noch leben? … Es ist wie ein Käfig – niemand kann reinkommen, um mir zu helfen; ich selbst kann aber nicht ausbrechen … Warum kann ich mich nicht annehmen, wie ich bin – meinen Körper, meine Ängste und Gefühle? Dann wäre ich endlich geheilt.“ (Dieses und die folgenden Zitate stammen aus dem Buch „Engel haben keinen Hunger“ von Brigitte Biermann.)
Katrin ist 16 Jahre alt, als sie diese Sätze in ihr Tagebuch schreibt. Und völlig verzweifelt. Sie ist in einer Klinik und muss zwangsernährt werden, mit einer Magensonde, die ihr durch die Nase bis ins Innere des Magens geschoben wird. Weil sie 39,5 Kilo wiegt, bei einer Größe von 1,76 m. Erst ein Jahr zuvor beschloss die hübsche Schülerin abzunehmen, fünf oder sechs Kilo. Es werden mehr. Erschreckend mehr. Doch Katrin kann nicht aufhören, sich fett und hässlich zu fühlen, zählt Kalorien und leidet fürchterlich. Nicht unter ihrem Gewicht, wie man vermuten könnte, denn das hätte sie locker (er)tragen können. Schließlich war sie überhaupt nicht zu dick, sondern sehr sportlich und durchtrainiert. Das Gewicht, das sie nicht tragen kann, ist die Last des Lebens. Der Druck, den sich Katrin selbst macht, erdrückt sie förmlich. Perfekt sein will sie, ob in der Schule, im Sport, beim Instrumentlernen und eben auch ihre Figur. Dazu kommt ihre erste große Liebe: Jean-Luc, alles andere als ein perfekter Gentleman. Im Gegenteil, er macht Katrin das Leben schwer.
„Ich fühle mich wie eine Tonne, doch von was soll ich denn zunehmen? Ich bin doch echt gestört, oder? So ein FUCK!!! Ich hab solche Angst! Das EKG ist sehr schlecht ausgefallen. Mein Herz schlägt wieder langsam … Wenn es am Montag nicht besser ist, muss ich auf die Intensiv … PANIK! Das würde ich nicht überleben … Kann meinen Eltern nicht unter die Augen treten. Schäme mich! Verdammt noch mal, will ich denn wirklich sterben? Angst!“
Katrin ist total beliebt in ihrer Klasse, gilt mit ihren langen, blonden Haaren und ihrem Styling als Trendsetterin in Sachen Mode und Make up. Sie schreibt zwar nur gute Noten, gilt aber nicht als Streberin. Super nett und echt lustig, finden sie nämlich die anderen. Besonders ihre Freundin Tatjana. Bis Katrin an Magersucht erkrankt. Dann verändert sie sich zu ihrem Nachteil, wird launisch, aggressiv und ungehalten. Sie zieht sich immer mehr zurück, trifft sich nur noch selten mit ihren Freundinnen. Wann Katrin das letzte Mal gelacht hat, weiß keiner mehr. Das ist zu lange her. Mit Jean-Luc ist es aus.
Heißhungerattacken
Magersucht und Bulimie sind Essstörungen, die zu körperlichen Schäden führen. Bulimie ist stärker verbreitet als Magersucht, wobei ein Großteil der magersüchtigen Jungen und Mädchen auch an Heißhungerattacken leiden und bulimische Jugendliche auch Phasen durchleben, in denen sie nichts essen.
Auslöser: seelische Belastung! Das heißt, die Betroffenen sehen keinen Ausweg aus der Situation und denken unbewusst, sie könnten ihre Schwierigkeiten lösen, indem sie ihr Gewicht kontrollieren. Gedanken wie „Wenn ich erst mal dünner bin …“ sind typisch für bulimische und magersüchtige Menschen – sie fühlen sich minderwertig, hässlich und nicht liebenswert!
Aus dem Film "Die dünnen Mädchen"
Achtung!
Wer glaubt, dass dünn sein schöner macht, kennt die gefährlichen Nebenwirkungen von Ana und Mia nicht.
Untergewicht führt zu:
- Bauchweh, Blähungen, Verstopfung, Übelkeit
- trockener, ungesunder Haut
- wunden, eingerissenen Mundwinkeln
- Haarausfall, glanz- und kraftlosen Haare
- Hirnatrophie (im Klartext: das Hirn schrumpft!)
- Herzrhytmusstörungen
- Starkem Haarwuchs am ganzen Körper (Lanugo-Behaarung)
- extremer Blässe
- Kreislauf-Problemen
- brüchigen Fingernägeln
- ständigem Frieren (durch Durchblutungsstörungen)
- Depressionen
- Osteoporose (führt zu krummen Rücken, Knochenbrüchen)
- Ausbleiben der Periode
- Kleinwuchs, weil dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen
- Blasenschwäche
Bei Abführmittelmissbrauch droht der Darm zu verkleben oder ein Darmverschluss!
Erbrechen führt zu:
- „Hamsterbacken“ durch geschwollene Speicheldrüsen
- vermehrtem Karies
- Verfärbung der Zähne
- Verätzung des Rachens und der Speiseröhre
- eingerissenen Mundwinkeln
- Herz-Kreislauf-Problemen
- Schwielen an Fingern
- Bissspuren an den Händen
- Herzrhythmusstörungen
- Nierenversagen
Das Filmfestival „ueber Macht“ zeigt: „Die dünnen Mädchen“!
„Magersucht beginnt wie ein Spiel und wird bald zu einer Sucht. Es ist eine der schlimmsten Suchtkrankheiten unserer Zeit!“, weiß Maria Teresa Camoglio. Sie ist Regisseurin und hat „Die dünnen Mädchen“ gefilmt. Acht junge Frauen zwischen 18 und 29 Jahren, die an Magersucht leiden und nur eins wollen: ein Leben ohne diese Krankheit führen können und endlich wieder selbstbestimmt leben! 94 intensive Filmminuten, die schonungslos, fast schmerzlich dokumentieren, was es wirklich heißt, magersüchtig zu sein. „Ich möchte, dass die Leute verstehen, wie gefährlich diese Krankheit ist“, erklärt Camoglio. „Wer in diese Falle gerät, kommt nur ganz schwer wieder heraus“.
Info: Die Aktion Mensch zeigt den Dokumentarfilm „Die dünnen Mädchen“ im Rahmen ihres Filmfestivals „ueber Macht. Zum Thema „Kontrolle, Regeln, Selbstbestimmung“ sind insgesamt 13 Filme zu sehen, die zum Nachdenken anregen und zum Diskutieren einladen. In 120 Städten bundesweit. Noch bis Herbst 2009. diegesellschafter.de
„Jede Stunde wird unerträglicher. Fett. Fett. Fett. Ich ekle mich zu duschen, mich zu berühren. Mein Gesicht kann ich auch nicht mehr anfassen wegen der ekligen fetten Backen! Ich komme mir vor wie ein Hamster. Ich versuche, alles irgendwie zu verdecken, damit ich mich nicht sehen muss – meine Arme, Hände, schrecklich. Ich möchte am liebsten aus mir heraus, frei umherschweben, leicht wie eine Feder. Unbeschwert. Rein.“
Katrin will Model werden. Berühmt sein wie ihre Idole Helena Christensen und Linda Evangelista, beide Supermodels. Sie träumt von einem Leben, in dem sie beliebt ist und ohne Sorgen sein kann. Keine Rolle mehr spielen müssen, nur noch sein dürfen, so wie sie ist. Doch wer bin ich eigentlich und wer will ich sein? Diese Fragen beschäftigen nicht nur Katrin, damit muss sich jeder auseinandersetzen. Immer mal wieder im Leben. Doch gerade die Pubertät ist ein Abschnitt, in dem man sich und seinen Körper sehr kritisch gegenübersteht. Horror, wenn es dann auch noch Kommentare von Freunden, Mitschülern oder der eigenen Familie gibt, die einen noch mehr verunsichern. Hinterfragen ist wichtig, aber nicht alles und besonders sich selbst in Frage stellen. Wer sich dann auch noch mit Super(dünnen)-Stars vergleicht, kriegt schnell die Krise, das Selbstbewusstsein ist angeknackst. Kommt dann noch ein weiterer Faktor hinzu wie Probleme im Freundeskreis oder in der Schule, Stress mit den Eltern, eine schwere Belastung (Schulabschluss, Trennung, Missbrauch), droht man zu zerbrechen. Die Ursachen, warum manche Jugendliche Essstörungen haben, sind so zahlreich wie individuell.
„Da ist diese Stimme. In meinem Kopf. Die sagt, dass ich zu dick sei und nicht essen darf. Wenn ich doch esse, reagiert die Stimme ganz böse, sie beschimpft mich, und das halte ich nicht aus.“
Katrin wollte Kontrolle über sich, ihren Körper und ihr Leben. Dachte, sie hätte alles im Griff. Dabei hatte Ana längst die Kontrolle übernommen und bestimmte Katrins Handeln, Fühlen und Denken. Klar geht Ana mit jedem durch Dick und Dünn. Auch mit Katrin. Doch das ist purer Eigennutz und keine Freundschaft, geschweige denn Liebe.
Katrin ist verhungert. Sie starb am 14. Januar 2000 – 28 Kilo leicht. Ein schwerer Abschied.
Engel haben keinen Hunger
Die ganze Geschichte von Katrin und ihrer Magersucht hat Brigitte Biermann anhand von Katrins Tagebüchern, Gesprächen mit ihren Eltern, der Schwester und ihrer Freundin Tatjana aufgeschrieben.
„Engel haben keinen Hunger“, Beltz-Verlag, 19,90 Euro
Wolltest du jemals dünner sein?
Das Max-Planck-Institut fragte Schüler zwischen 9 und 13 Jahren „Wolltest du jemals dünner sein?“ Und jedes zweite Mädchen und 36% der Jungs haben diese Frage bejaht. Und laut KIGGS, der Kinder- und Jugendstudie des Robert-Koch-Instituts, zeigt jeder fünfte Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren und schon jedes dritte Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren erste Anzeichen einer Essstörung. Das sind hochgerechnet 1,4 Millionen Jugendliche!
Diät als Einstiegsdroge
Prof. Almut Zeeck kennt die Ängste und Sorgen von Menschen mit Essstörungen. Sie arbeitet seit 17 Jahren als Oberärztin in der Spezialambulanz der Universität Freiburg. Im Gespräch mit respect.de erklärt sie, warum eine Diät die Einstiegsdroge ist und andere lebenswichtige Wahrheiten …
Hallo Frau Dr. Zeeck, warum können Menschen mit Magersucht nicht einfach wieder „normal“ essen?
Die Anorexie gibt den Betroffenen das Gefühl, ihr Leben im Griff zu haben und es zu steuern! Die Kontrolle über ihr Gewicht gibt ihnen Halt! Sie denken, wenn sie wieder normal essen, verlieren sie diese Sicherheit und geraten in existenzielle Not.
Und bei Bulimie?
Bulimiker regulieren ihre Gefühle über das Ess-Brech-Verhalten, betäuben sie oder lenken von ihnen ab. Nach dem Erbrechen fühlen sie sich regelrecht erleichtert.
Stimmt es, dass Anorexie bzw. Bulimie „Mädchenkrankheiten“ sind?
Nein. Auch zehn Prozent der Jungen sind betroffen.
Gibt es Temperament- und Charakterzüge, die typisch sind?
Tendenziell ja. Anorektiker sind oft leistungsorientierter, sehr ordentlich und perfektionistisch. Bulimiker sind eher impulsiv und extrovertiert.
Viele Mädchen sind mit ihrer Figur unzufrieden und wollen dünner sein. Sie machen eine Diät, werden dünner, aber nicht glücklicher. Woran liegt das?
Sie sind ja gar nicht mit der Figur unzufrieden, sondern mit einer Situation überfordert. In der Hoffnung, dass sich die Lage bessert, wenn sie dünner sind, nehmen sie ab – die Situation aber bleibt, mit der sie nicht klar kommen. Das können die Kommentare der anderen sein, ihr rivalisierendes Verhalten, das Erwachsenwerden …
Darum spricht man bei Magersucht auch von einer Entwicklungsstörung …
Genau. Eine Magersucht beginnt in den meisten Fällen zwischen dem 13. und 20. Lebensjahr. Viele Betroffene schildern, dass sie große Angst vor dem Erwachsenwerden haben und der damit verbundenen Sexualität. Durch ihre Krankheit verlieren sie ihre weiblichen Formen, die Periode bleibt aus und sie wirken nicht mehr wie junge Frauen. Genau genommen führen sie ihr Schönheitsideal ad absurdum, denn sie machen sich unattraktiv.
Ist eine Diät der Anfang einer Essstörung, quasi die Einstiegsdroge?
Ja! Durch Diäten wird das Essverhalten gestört und manche geraten dadurch regelrecht in einen Strudel, der in einer Essstörung endet.
Warum denken Mädchen, die schon extrem untergewichtig sind, immer noch, sie seien zu dick?
Das liegt an der verzerrten Körperwahrnehmung, die im Rahmen der Magersucht auftritt. Selbst, wenn sie nur noch 30 Kilo wiegen, fühlen sie sich zu dick. Deshalb ist es so wichtig, dass die Familie und Freunde reagieren – die Magersüchtigen selbst sehen keinen Handlungsbedarf! Am besten holt man sich Hilfe bei einer Beratungsstelle.
Alle Fakten zu Essstörungen, ihre Ursachen sowie der aktuelle Stand der Forschung klar und leicht verständlich in „Essstörungen – Wissen was stimmt“, von Prof. Almut Zeeck, Herder-Verlag, 7,95 Euro
Frau Prof. Almut Zeeck
Zu dick? Zu dünn? Gerade richtig!
Viele Mädchen und jungen Frauen zwischen 10 und 25 Jahren träumen von einer Figur, mit der sie Germany’s next Topmodel werden könnten. In einer Gesellschaft, in dem Dicke als Biggest Loser betitelt werden, wird buchstäblich jedes Gramm auf die Goldwaage gelegt. Der Irrglaube: Nur wer dünn ist, hat Erfolg. Der Blick auf Supermodels, Stars und Sternchen scheint zu bestätigen: Hilfe, ich bin zu dick! Falsch! Fakt ist: Viele Promis sind viel zu dünn! Seit 2006 gilt deshalb auch für Supermodels: Ist ihr BMI unter 18 haben sie Laufstegverbot! Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will dünne Models auch aus der Werbung verbannen.
BMI ist der so genannte Body Mass Index – es ist keine Zahl, sondern lediglich ein Richtwert und selbst der ist umstritten, weil er nur Körpergewicht und Körpergröße beachtet. Außerdem gilt er nicht für Jugendliche bis 18 Jahre! Weitere Ausnahmen: Leistungssportler, Bodybuilder, Schwangere und stillende Mütter.
Du interessierst dich trotzdem für deinen BMI?
www.mybmi.de oder www.bzga-essstoerungen.de/allgemeine-infos/
Alarmzeichen! Erste Symptome für eine Essstörung
Mit einer Essstörung ist nicht zu spaßen – jedes 10. betroffene Mädchen stirbt an den Folgen einer Magersucht oder leidet teilweise jahrelang an Bulimie! Du bist gefährdet oder eine Freundin bereits betroffen, wenn …
- … das Gewicht Dauerthema ist
- … die Gedanken nur noch ums Essen, Nichtessen, Essen kreisen
- … Kalorienzählen ein Zwang ist
- … man panische Angst hat zuzunehmen
- … man ständig auf der Waage steht und das Gewicht kontrolliert
- … fettarme und Light-Produkte ein Muss sind
- … man große Mengen von Lebensmitteln kauft und alles auf einmal verschlingt
- … das heimlich passiert!
- … und anschließend schämt man sich unbeschreiblich dafür
- … Essen nicht mehr Genuss ist, sondern eine Qual
- … Lebensmittel in gut und böse unterteilt werden
- … Bewegung und Sport exzessiv betrieben werden, um nicht zuzunehmen
- … die Periode ausbleibt
Wenn du mehrere Aussagen mit Ja beantwortet hast, solltest du dich umgehend an eine Beratungsstelle wenden!
Aus dem Film "Die dünnen Mädchen"
Hilfe! Alleine schaffe ich das nicht …
Warum versucht man seine Probleme selbst in den Griff zu kriegen, obwohl sie mit einem Profi viel schneller aus der Welt zu schaffen sind? Klar, weil’s peinlich ist, Probleme zu haben, darüber zu sprechen und zuzugeben, dass man alleine nicht klar kommt. Außerdem denken viele: Wer Hilfe braucht, ist schwach! Völliger Quatsch. Findest du nicht auch, es zeugt von Stärke, wenn sich jemand seinen Problemen stellt? Eben. Das ist echt mutig. Der Anruf oder Gang zu einer Beratungsstelle ist da nur der nächste und weitaus kleinere Schritt … ANAD ist so eine Beratungsstelle, eine der größten in Deutschland für Menschen mit einer Essstörung, sowie deren Angehörige, Freunde, Lehrer etc. Psychologen, Ernährungstherapeuten und Sozialpädagogen arbeiten Hand in Hand. Sie gucken einen nicht schief an oder denken schlecht über Betroffene, sondern helfen! Am Telefon oder per mail und natürlich auch vor Ort. Kostenlos. Und wer will, auch anonym. Sie bieten nicht nur Therapie-, sondern auch Wohngruppen an, damit Betroffene aus ihrem alten Umfeld kommen, aber weiterhin in die Schule gehen oder ihre Ausbildung weiter machen können. Einige der Gruppen werden von der Aktion Mensch unterstützt.
Auf der Homepage speziell für Jugendliche findest du auch eine Beratungsstelle in deiner Nähe, Erfahrungsberichte und, und, und.
www.anad-pathways/jugendportal
Ess O Ess
Hier gibt’s Hilfe und Unterstützung von Profis, jede Menge Informationen und Lese-Tipps zum Thema Magersucht und Bulimie. Übrigens: Ein Gespräch bei einer Beartungsstelle ist kostenlos – und wenn du willst, müssen deine Eltern nichts davon erfahren.
Infomaterial
Unter der Telefonnummer: 0221 – 89 20 31 wirst du anonym von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beraten. Kostenlose Broschüren über Essstörungen, Adresslisten und Chats zum Thema gibt’s online von selber Stelle unter: www.bzga-essstoerungen.de
„Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“ heißt die Initiative, die 2007 u.a. von Bundesfamilieministerin Ursula von der Leyen ins Leben gerufen wurde und sich im wahrsten Sinne des Wortes als Gegengewicht zum gefährlichen Magertrend versteht. Ziel der Aktivitäten: Stärkung des Selbstwertgefühls von jungen Leuten und ein positives Köperbild vermitteln! Organisationen wie ANAD und Dick & Dünn sowie zahlreiche Prominente u.a. Fußballweltmeisterin Babett Peter, Jeanette Biedermann und Gundis Zámbó befürworten die Präventionsarbeit und unterstützen sie. Alle Infos gibt’s unter: www.leben-hat-gewicht.de
Auf www.hungrig-online.de gibt’s Infos, Tipps und eine rund um die Uhr-Beratung für Betroffene und Angehörige von Magersucht, Bulimie und Adipositas. Tipp: Der Shop hat Shirts und Taschen mit Sprüchen wie „Ausgehungert?“, „Mager sucht Leben?“ – ein klares Statement!
Beratungsstellen
ANAD e.V.
Poccistr. 4
80336 München
Tel. 089 – 219 97 30
www.anad.de
BFE - Bundesfachverband Essstörungen e.V.
Zusammenschluss von Beratungs- und Therapieeinrichtungen in Deutschland, die nach Konzepten ambulanter Beratung und Therapie von Essstörungen arbeiten.
Pilotystr. 6 / Rgb.
80538 München
Tel. 089 – 23 68 41 19
www.bundesfachverbandessstoerungen.de
Bonner Zentrum für Essstörungen
Kaiser Str. 9
53113 Bonn
Tel. 0228 – 21 01 26
www.b-z-e.de
Balance
Beratung und Therapie bei Essstörungen
Waldschmidtstr. 11
60316 Frankfurt am Main
Tel. 069 – 49 08 63 30
Caritas
Fachambulanz für Essstörungen
Landwehrstr. 26/ IV
80336 München
Tel. 089 – 23 11 49 70
Dick & Dünn e.V.
Beratungszentrum bei Essstörungen
Innsbrucker Str. 37
10825 Berlin
Tel. 030 – 854 49 94
www.dick-und-duenn-berlin.de
Zweigstelle: Wiesbaden
Sonnenstr. 2
65191 Wiesbaden
Tel. 0611 – 56 41 33
Die Boje
Beratungs- und Behandlungsstelle
Fuhlsbüttler Str. 135
Tel. 040 – 731 49 49
Düsseldorfer Zentrum für Essstörungen
Berliner Allee 25
40212 Düsseldorf
www.duezess.de
Frankfurter Zentrum für Essstörungenstherapie e.V.
Hanseallee 18
Tel. 069 – 55 01 76
60322 Frankfurt am Main
Hamburger Zentrum für Essstörungstherapie e.V.
Bundesstr. 14
20146 Hamburg
Tel. 040 – 450 51 21
Kabera
Beratung und Behandlung bei Essstörungen
Goethestr. 31
34119 Kassel
Tel. 0561 – 701 33 10
www.kabera.de
KESS-NRW
Behandlungszentrum bei Essstörungen
Gladbacher Str. 62
Tel. 02 11 – 33 50 44
40219 Düsseldorf
KompetenzZentrum für Essstörungen
Klinik Lüneburger Heide
Am Klaubach 21
29549 Bad Bevesen
Tel. 05821 – 960-0
www.klinik-lueneburger-heide.de
Lobby für Mädchen
Mädchenhaus Köln e.V.
Fridolinstraße 14 |
50823 Köln
0221 - 45355654
www.lobby-fuer-maedchen.de
Waage e.V.
Kontakt, Information und Beratung für Mädchen und Frauen mit Essstörungen
Einsbütteler Str. 53
22769 Hamburg
Tel. 040 – 491 49 41
www.waage-hh.de
Zentrum für Essprobleme
Joseph-Belli-Weg 1
78467 Konstanz
Tel. 07531 – 95 50 86
Zentrum für Ess-Störungen
Humboldtstr. 3
51379 Leverkusen-Opladen
Tel. 021 71 – 278 00
Zentrum für Essstörungen
Hansaallee 18
60322 Frankfurt am Main
Tel. 069 – 55 01 76
www.essstoerungen-frankfurt.de
Lese-Tipps
„Alice im Hungerland: Leben mit Bulimie und Magersucht“ – schonungslos und ehrlich schreibt Marya Hornbacher über ihre eigene Krankheitsgeschichte mit Magersucht und Bulimie.
Ullstein Taschenbuch, Marya Hornbacher, ab 6,90 Euro
„Dann bin ich eben weg“ oder eben doch nicht?! Die authentische Geschichte von Sina macht Mut und zeigt, dass man dem Schlankheitswahn sehr wohl trotzen kann.
Cbt, Christine Fehér, 5,90 Euro
Mit 15 Jahren wird Lena S. magersüchtig. Wieso, weshalb, warum und den Weg zurück ins Leben gibt’s als Buch und als Hör-CD, die von Lena S. selbst eindringlich gelesen wird. „Auf Stelzen gehen“, Lena S., Balance buch+medien Verlag, 14,90 Euro bzw. 15,95 Euro
„Essstörungen. Ursachen und Risikofaktoren – Hilfe und Unterstützung“. Ein Ratgeber des Bundesfachverband Essstörungen BFE e.V., indem Experten die Anzeichen von Essstörungen beschreiben, ihre Auswirkungen sowie Wege aus der Erkrankung. Compact, 9,80 Euro
Gundis Zámbó war nicht immer so stark, wie sie sich Anfang des Jahres im Dschungelcamp gegeben hat. 25 Jahre lang litt sie an Essstörungen. In „Mein heimlicher Hunger“ erzählt sie ohne Beschönigungen wie alles begann. Mit Happy End. „Mein heimlicher Hunger“, Gundis Zámbó, rororo, 12 Euro
Annika Fechner erzählt uns von ihren inneren Konflikten, dem Gedankenchaos, absurde Regeln und schlimmen Zwängen. „Hungrige Zeiten“, Annika Fechner, Verlag C. H. Beck, 12,90 Euro


