Als Schüler ins Ausland
Austauschjahr: Nach der zehnten Klasse ein Highschool-Jahr in den USA zu verbringen ist mittlerweile keine Besonderheit mehr. Was viele nicht wissen: Argentinien, Indien oder Polen können ebenso zur zweiten Heimat werden. Eine Vielzahl von Organisationen bietet mittlerweile Rundum-Pakete, die Vorbereitungsseminare, Sprachkurse, Vor-Ort-Ansprechpartner und Nachbereitung beinhalten. Ein solcher Jahresaufenthalt ist leider nicht ganz billig, da neben der Organisation viele Kosten für Flüge, Versicherungen und Sprachkurse entstehen. Neben den oft sehr teuren privaten Organisationen existieren gemeinnützige Veranstalter wie AFS oder YFU, die nicht-kommerziell und auf ehrenamtlicher Grundlage arbeiten. Diese Organisationen bieten Teil- und Vollstipendien an. Eine Übersicht privater und gemeinnütziger Programme
Sprachkurse: Wenn ein ganzes Jahr in der Ferne zu lang erscheint, hilft vielleicht ein Sprachkurs weiter. Dies sind zwei- bis sechswöchige Aufenthalte im Ausland, bei denen das Erlernen einer Fremdsprache im Vordergrund steht. Weniger erfreulich sind die zumeist hohen Preise für solche Kurse. Dennoch lohnt sich der Aufenthalt durchaus, um neben der neuen Sprache eine andere Kultur hautnah zu erleben. Eine Übersicht der Kursanbieter gibt es bei rausvonzuhaus.
Sao Paulo bei Nacht
Schule aus - und jetzt?
Weltwärts: Eine der innovativsten Möglichkeiten für Schulabgänger und Auszubildende ist das weltwärts-Programm. Es ermöglicht jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, einen Freiwilligendienst in Afrika, Lateinamerika, Osteuropa oder Asien zu absolvieren. Nach dem Motto „Lernen, helfen und Verantwortung übernehmen“ fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 6 bis 24 Monate ehrenamtliches Engagement in Entwicklungsländern. Die Freiwilligen werden vom weltwärts-Programm und ihren Entsendeorganisationen finanziell und organisatorisch unterstützt.
Kulturweit: Im Jahr 2009 läuft das Programm kulturweit an. Der internationale Freiwilligendienst richtet sich an Personen im Alter von 18 bis 26 Jahren, die dadurch an deutscher Kultur- und Bildungsarbeit im Ausland teilnehmen. Die Freiwilligen arbeiten in Deutschen Schulen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa und werden entsprechend ihrer Vorkenntnisse dort das schulische Angebot wie Hausaufgabenbetreuung, Aktivitäten in Sport-, Kunst- oder Musik-Projekten oder in PR- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.
Work & Travel: Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Work & Travel-Programm um eine Kombination aus Arbeiten und Reisen. Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, um sich bis zu zwölf Monate in Australien, Kanada, Neuseeland, USA und mittlerweile auch in Japan als Telefonist oder Erntehelfer zu verdingen – kein Scherz: In Australien ist die Erntehilfe eines der größten Beschäftigungsfelder der Work & Traveller. Der Unterschied zu anderen Freiwilligendiensten liegt in den wechselnden Arbeitsstellen während des Aufenthaltes. Doch das ist ja genau der Zweck von Work & Travel: Arbeiten, weiterreisen, arbeiten und dabei das Land kennen lernen. Die Reise- und Arbeitsroute kann selbst bestimmt werden, es gibt auch private Anbieter, die einen Großteil der Organisation übernehmen, wie AYUSA, Stepin oder Travelworks.
Reisestipendien: Ein tolles Angebot bietet die Heinz-Schwarzkopf-Stiftung "Junges Europa". Deutsche Staatsbürger/innen zwischen 18 und 26 Jahren können sich für Reise-Stipendien in Europa bewerben, nicht-deutsche Staatsbürger/innen werden Stipendien für Reisen in Deutschland ermöglicht. Ziel ist es, jungen Europäern ihre Nachbarländer und deren kulturelle und politische Entwicklungen im Rahmen der Europäischen Union näher zu bringen.
ERASMUS
Ins Ausland bei Studium und Ausbildung
ERASMUS: Der Klassiker unter den Austauschprogrammen ist das ERASMUS-Programm. Es wurde ins Leben gerufen, um die Mobilität und den Austausch von Studierenden innerhalb der Europäischen Union zu fördern. Fast jede deutsche Universität und Fachhochschule besitzt mehrere Erasmuspartnerschaften mit Hochschulen in anderen europäischen Ländern, die den Studierenden einen ein- oder zweisemestrigen Aufenthalt ermöglichen. Voraussetzung sind meist drei abgeschlossene Fachsemester und Grundkenntnisse der Sprache des Wunschlandes.
Mit ERASMUS können auch Praktika für Studierende in einer Institution im europäischen Ausland gefördert werden. Von der Unterstützung ausgenommen sind Praktika in europäischen Institutionen/Organisationen und nationalen diplomatischen Vertretungen. Infos
Sowohl für Stipendien des ERASMUS-Programms für Studienaufenthalte als auch für Praktika sind die ERASMUS-Koordinatoren der Hochschulen verantwortlich, bei denen auch die Bewerbungen eingehen.
ASA-Programm: Die Selbstbeschreibung von ASA lautet „ASA = Lernen + Erfahren + Bewegen“. In diesen drei Phasen sollen Teilnehmer ASA durchlaufen: Vorbereitungsseminare in Deutschland, dann ein dreimonatiger Auslandsaufenthalt in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa. Letztendlich sollen die Teilnehmer mit ihren Erfahrungen dazu beitragen, entwicklungspolitische Bildungsarbeit an andere zu vermitteln. Circa 250 Stipendien vergibt ASA jedes Jahr an Studierende und junge Berufstätige mit nicht-akademischer Ausbildung. Bewerber sollen zwischen 21 und 30 Jahren alt sein und Interesse an globalen Zusammenhängen wie gesellschaftliches Engagement mitbringen. Im Herbst erscheint der Katalog mit den jeweiligen Projekten fürs nächste Jahr.
Pädagogischer Austauschdienst (PAD): Der Einsatz als Fremdsprachenassistenz gibt insbesondere Lehramtsstudierenden die Gelegenheit, in einer ausländischen Bildungseinrichtung am Deutschunterricht teilnehmen zu können und dabei ihre Kenntnisse über Sprache und Kultur des Einsatzlandes auszubauen. Der Aufenthalt dauert bis zu zehn Monate. Die Anforderungen an Bewerber variieren je nach Gastland.
Fulbright-Programm: Das deutsch-amerikanische Fulbright-Programm dient dem kulturellen Austausch von Akademikern. Stipendien (Voll- und Teilstipendien), Reisestipendien zur Fortsetzung, Ergänzung oder Erweiterung des Studiums an einer US-Universität - erhalten deutsche Studierende und Graduierte, die mindestens zwei Semester in Deutschland absolviert haben. Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Stipendium.
Goeast: Das goeast-Programm ermöglicht deutschen Studierenden einen Studien- und Forschungsaufenthalt in Osteuropa, Südosteuropa und den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Dazu zählen Semesteraufenthalte in Ländern wie Tschechien oder Lettland sowie Sprachkurse, die mit Teilstipendien gefördert werden.
Letztendlich stellen die beschriebenen Programme eine Auswahl der Möglichkeiten dar, denn es existiert eine Vielzahl länderspezifischer Austauschprogramme. Es lohnt sich, einen Blick auf die Seiten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der einzelnen Botschaften zu werfen. Eine gute Übersicht über die Programme findet sich auf dem Portal rausvonzuhaus. Hilfreich ist auch die Datenbank der Freiwilligendienste.
Aufgrund der Vielzahl der Anbieter im Bereich der Auslandspraktika ist es sehr sinnvoll, sich die Bedingungen der durchführenden Organisationen genau durchzulesen und zu vergleichen. Die trägerübergreifende Arbeitsgruppe „Qualitätsentwicklung für Auslandspraktika“ hat einen Flyer und einen detaillierteren Katalog herausgebracht, der Kriterien für ein qualitatives Praktikum aufführt.
KERUDO: Lambwe School for the Deaf
Links und Fotos
Sao Paulo: Julia Jaroschewski
Erasmus: Tiago A. Pereira / flickr
KERUDO: Lambwe School for the Deaf: jubilatewest / flickr


