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Die Pinguin-Nanny

Gepostet von Julia am 03.07.2012

Die 21-jährige Südafrikanerin Anna Marais hat ihren Traumjob gefunden: sie betreut die Pinguine im Aquarium von Kapstadt.

Anna und die Pinguine vom Boulders Beach

Für viele ist Anna Marais ein kleiner Star. Mit Mikrofon sitzt sie im Kapstädter Aquarium und macht das, worum sie viele beneiden: Pinguine füttern, mit Pinguinen spielen und dem Publikum die Besonderheiten der afrikanischen Vogelart erklären. „Pinguine sind beliebt, doch wenige Menschen wissen, dass sie eine bedrohte Tierart sind“, sagt Anna Marais.

Brillenpinguine leben an südafrikanischen Stränden und Inseln in Kolonien zusammen. Gegen ihre größten Feinde aber, die Menschen, sind sie machtlos: Tanker verlieren Öl in den Meeren vor Südafrika, die Fischerei minimiert die Nahrungsgrundlage der Pinguine, Häuser werden in Küstennähe gebaut und Strände genutzt, an denen ehemals Pinguine ihren natürlichen Lebensraum besaßen. Die möglichen Wohnorte für Pinguine reduzieren sich stark, ohne dass die Tiere selbst protestieren können.

130 Kilometer für die Pinguine
Deshalb ist Anna mit Kollegen für ihre Schützlinge auf die Straße gegangen – eine Woche wandern für den guten Zweck. Fünf Tage lang marschierten sie insgesamt 130 Kilometer von Gansbaai zum bekannten „Boulders Beach-Strand“, der bekanntesten Pinguin-Kolonie in der Kapstädter Gegend.

Eigentlich studiert Anna „Animal Behavior“, Verhaltenstudien, und arbeitet nebenbei als Kellnerin. Aufgewachsen im südafrikanischen Nordosten, in der Nähe des Krüger-Wildparks, hat sich Anna schon immer für Natur und Tiere interessiert. Im Jahr 2010 ist sie dann nach Kapstadt umgezogen, „weil ich mit dem Ozean arbeiten wollte“, so Anna.

Angefangen hat sie als Freiwillige im Aquarium, mit einem festen Ziel: Arbeit mit größeren Tieren wie Delfinen,Seerobben und Seelöwen. „Doch dann habe ich mich so in die Pinguine verliebt, dass ich weiter mit ihnen arbeiten wollte.“ Seit einem Jahr und fünf Monaten kümmert sie sich nun um die Pinguine. Und sie übernimmt verantwortungsvolle Aufgaben wie die öffentliche Fütterung der Pinguine im Aquarium.

Bubbles, der Rockhopper
Anna kennt jeden Pinguin persönlich. „Jeder hat einen eigenen Charakter“, sagt sie. Ihr Liebling ist „Bubbles“, ein Rockhopper-Pinguin. Wenn Anna im Pinguinbereich die Fütterung übernimmt, werden die kleinen Vögel ganz ungestüm und watscheln wild durch das Terrain. „Sie interagieren mit einem“, sagt sie, „wenn ich sitze, kommen sie an und knuddeln an meiner Wange, es ist ihre Art mit mir zu kommunizieren“.

Am Ende ihrer Präsentation im Aquarium verrät Anna dem Publikum, wie sich die Pinguine unterscheiden lassen. Brillenpinguine haben ein individuelles Muster auf ihrem Bauch, auf den weißen Federn verteilen sich dunkle Punkte. Pech für die Pinguine: Anhand des Punktemusters erkennt Anna jeden Pinguin, der versucht, sich mehr Fische abzuholen als erlaubt.

Text und Fotos: Julia Jaroschewski

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