"Ohne Dschungel kann ich nicht leben"
Gepostet von Sonja am 02.02.2012
Tiere, Skaten und Party: Der Brasilianer Lauro Neves Souza kommt aus Cuiabá, dem Tor zum Naturparadies Pantanal.

Cuiabá sieht größer aus als es ist, Hochhäuser ragen in die Luft, überall werden neue Gebäude gebaut, es gibt ausgedehnte Industrieviertel mit Firmengebäuden und Lagerhallen, doch die charmante Altstadt besticht durch ein Gewirr von Gassen aus kleinen alten Häusern, die teils verfallen, teils bunt hergerichtet sind. 800.000 Menschen leben in Cuiabá, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Matto Grosso.
"Das Interessante ist, dass die Menschen in Cuiabá von überallher kommen", sagt Lauro Neves Souza, der hier geboren worden ist. "Und es ist ruhig und entspannt."
Der Lieblingsplatz des 29-Jährigen ist der Platz vor der riesigen Kathedrale von Cuiabá, wo immer etwas los ist - hier wird Kokosmilch verkauft, Kokos-Süßigkeiten, Getränke, kleine Kuchen, Menschen sitzen herum und unterhalten sich.
Unter Touristen
Cuiabá ist keine besonders touristische Stadt, doch viele Cuiabanos, auch Lauro Neves Souza, arbeiten im Tourismus, denn Cuiabá ist ein Ausgangstor ins brasilianische Pantanal, eines der größten Feuchtgebiete der Welt.
Lauro Neves Souza ist mit Touristen aufgewachsen - sein Vater ist Tourguide und besitzt auch eine kleine Pousada in Cuiabá.
Lauro war schon als Kleinkind bei den Ausflügen ins Pantanal dabei, später begann er selber, Besuchern das Pantanal zu zeigen und vor kurzem hat er seine eigene kleine Firma gegründet - er vermittelt Touristen an Tourguides weiter, zur Zeit vor allem an seinen Vater.
Spinnen und Schlangen
"Ich liebe es morgens um drei Uhr aufzustehen, um den Sonnenaufgang zu sehen, ich liebe es, durch den Dschungel zu laufen und Tiere zu entdecken und ich informiere und überrasche Touristen gerne", sagt Lauro Neves Souza.
Er habe schon viele Jaguars gesehen, doch er fände alle Tiere spannend, sagt er - Spinnen, Schlangen, Kaimane, alle.
"Wenn ich mal Geld habe, möchte ich ein Tierheim für ausgesetzte und verletzte Tiere aufmachen", sagt Lauro Neves Souza. In der Pouzada Ecoverde, wo Lauro mit seiner Familie lebt, streifen zumindest Katzen und Hühner durch den Garten.
Skaten und Musik
Doch Lauro Neves Souza ist nicht nur ein Dschungelkind, er hat auch ganz normale Hobbies.
Er skatet gerne, surft stundenlang im Internet, er trifft sich mit Freunden in Bars, spielt Gitarre und tritt auch ab und zu in Bars in Cuiabá auf. "Ich mag Gringo-Rock", sagt er - und meint damit amerikanische Musik wie Nirvana oder Foo Fighters.
In Kalifornien hat Lauro Neves Souza auch schon gelebt, zumindest für einige Monate. Auch in brasilianischen Städten wie Rio de Janeiro, Sao Paulo, Florianopolis oder Chapada dos Guimaraes hat er einige Zeit verbracht - doch immer wieder zieht es ihn nach Cuiabá zurück.
"Ich kenne alle Leute hier und ich kenne die Natur", sagt er. "Hier ist meine Heimat, meine Familie und Freunde sind hier", sagt Lauro Neves Souza. Und auch ohne den Dschungel könne er nicht leben.
Text und Fotos: Sonja Peteranderl
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