Ausziehen für den guten Zweck
Gepostet von Julia am 15.05.2012
Den Kleiderschrank ausmisten, mit Freunden feiern, mit einem Designerstück nach Hause gehen und dabei Gutes tun. Wie das geht, seht ihr hier.

Klara geht mit Imkes Hose, Tom mit Stefans T-Shirt und Sabine hat die Handtasche von Jana abgestaubt. Nein, es geht nicht um eine Klamotten-Abzockgeschichte, hier hat auch niemand geklaut oder vertauscht. Obwohl: Tauschen stimmt schon, umtauschen allerdings. Es handelt sich um einen Mode-Trend, den Kleidertausch unter Freunden oder Bekannten – das sogenannte Kleider-Swapping.
Wer nachhaltig lebt, muss seine Kleidung nicht sofort entsorgen – so wie David Beckham, der einmal gesagt haben soll, er benutze eine neue Unterhose einmalig und dann lande sie in der Mülltonne. Aber es geht beim Kleidertausch auch nicht um Unterhosen. Sondern um Hosen, Jacken oder Schuhe, die viel zu kultig und extravagant sind, um sie der Mitwelt zu enthalten. Kleidung, deren Besitzer sie loswerden möchte, weil er vielleicht nicht mehr hineinpasst, sich übersehen bis übertragen hat, aber die zum Tragen noch gut genug ist.
Eins für dich, eins für mich
Früher wurden alte Sachen in die Mülltonne geworfen, gewissenhaftere Personen gaben sie in die Altkleidersammlung oder vererbten sie bestenfalls den kleineren Geschwistern. Es geht aber auch anders: Kleider tauschen ist ein intelligenter Weg um Geld zu sparen, die Umwelt zu schonen, Freunde zu treffen oder neue Menschen kennen zu lernen.
Aus den USA kommt der Kleidertausch-Trend, wie vieles andere aus der Modewelt. Da gibt es die kleinen privaten Kleider-Swapping-Parties unter Freunden – mehrheitlich unter Freundinnen. Zehn Personen finden sich zusammen, bringen ihre zu entsorgenden Stücke mit und stellen sie den anderen zur Verfügung. Im Gegenzug darf sich der Spender ein eigenes, neues oder altes Teil aussuchen. Das Ganze in einem Ambiente mit Musik, Snacks oder Getränken, eine Party halt, nur mit Mode-Bazar.
Keine Umtausch- aber Spaßgarantie
Mittlerweile werden Kleider-Tausch-Parties während großer Ereignisse durchgeführt: Zur Modemesse Fashion-Week in Berlin in etwa. Mit dem Vorteil, dass ein solches Ereignis Aufmerksamkeit auf die Veranstalter leitet und noch ein sozialer Mehrwert entsteht. Denn bei einigen größeren Veranstaltungen werden die entstehenden Einnahmen aus Eintritt oder Getränkeverzehr sozialen Projekten gespendet.
Für manche Dinge gibt es beim Kleider-Swapping allerdings keine Garantie: Dass das neue Kleidungsstück besser sitzt als das alte. Und: Der Umtausch ist ausgeschlossen. Bleibt nur, Mut zur Individualität zu wünschen.
Text: Julia Jaroschewski
Bild: flickr/SWAP CLUB ITALIA
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